Blick in die Zukunft
Können intelligente Pullover zukünftig einen Herzinfarkt erkennen?
Prof. Dr. Thomas Schmitz-Rode, Direktor des Instituts für Angewandte Medizintechnik der RWTH Aachen antwortet:
„Ja, das wird in Zukunft mit Hilfe von sogenannten Smart Textiles möglich sein. Das sind Gewebe, die mitdenken. Sie machen aus herkömmlichen Textilien wie Pullovern intelligente Kleidungsstücke.
In das Gewebe sind Sensoren und Mikroprozessoren eingewoben. Diese flexiblen, kleinsten elektronischen Bauteile sind weniger als einen Millimeter dick. Sie können wichtige Vitalparameter, wie die elektrische Herzaktivität oder den Herzrhythmus direkt am Körper erfassen und chronische oder akute Krankheitsverläufe analysieren.
Durch Änderungen im Elektrokardiogramm (EKG) können sie beispielsweise einen drohenden Herzinfarkt erkennen und an den Arzt melden. Das kann Leben retten.
Verfügbare Systeme sind allerdings sehr anfällig für sogenannte Bewegungsartefakte. Die Messung der feinen Veränderungen ist daher nur verwertbar, wenn sich der Träger des Pullovers in Ruhe befindet. Hier muss noch weiter geforscht werden. Denn jedes Jahr sterben in Deutschland 350.000 Menschen an einem Herzinfarkt.
Hightech-Medizin wie diese hilft, Herzinfarkte zu vermeiden und die Lebensqualität von Risikopatienten deutlich zu verbessern.“
Dieses Beispiel aus dem Bereich der Telemedizin zeigt: Hightech-Medizin bietet neue Lösungen für unsere Gesundheit, wirft aber gleichzeitig Fragen auf. In unserem Online-Dialog hatten Sie die Möglichkeit, über Lösungsvorschläge auf dem Gebiet der Telemedizin zu diskutieren und eigene Lösungsvorschläge zu entwickeln.



